»Oder meint ihr, dass die Schrift umsonst rede: “Eifersüchtig sehnt er sich nach dem Geist, den er in uns wohnen ließ”? Er gibt aber desto größere Gnade. Deshalb spricht er: “Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.” Unterwerft euch nun Gott! Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen.« (Jakobus 4,5-7)
In erster Linie unterscheidet einen Christen von einem Nichtchristen nicht die Mitgliedschaft in einer Gemeinde, die Teilnahme an Gottesdiensten oder sonstigen Veranstaltungen, die Gewohnheiten oder andere äußere Merkmale, sondern die Eigenschaft und das Wesen als Kind Gottes. Ein Christ ist ein geisterfüllter Mensch und dies ist einzigartig in der gesamten Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen. Ein von Christus erlöster Mensch lebt nicht mehr unter der Herrschaft der Geister der Luft, wie Paulus es sagt, auch nicht mehr unter dem Joch der Sünde und des Todes, nicht einmal mehr unter der Knechtschaft des Gesetzes, sondern ein Christ lebt unter der Herrschaft des Geistes Gottes, der in dem Christen zur Ehre Gottes des Sohnes und des Vaters wirkt.
Wir sind wie Christus zwar noch in der Welt, aber nicht mehr von der Welt und das Unterscheidungsmerkmal ist das Siegel oder der Unterpfand Gottes für uns, welcher der Geist Gottes ist. Durch den Geist Gottes ist ein Teil von Gott in uns gekommen und Gott sehnt sich nach seinem Geist in uns, wie es Jakobus in dem heutigen Andachtstext schreibt. Gott sehnt sich nach dem Geist, den er in uns wohnen ließ, wir sind nun inmitten der Finsternis dieser Welt zum Tempel des Heiligen Geistes geworden. Gott sehnt sich nach seinem Geist in uns und damit auch nach uns, deshalb sollen wir unser Leben in der Gegenwart des Vaters leben und ihn von ganzem Herzen suchen.
Gott hat uns seinen eigenen Sohn und seinen Geist gegeben und er freut sich darüber, uns von einer Herrlichkeit zur nächsten eingehen zu lassen. Er will uns jeden Tag neu mit seiner Gnade beschenken, die Abhängigkeit von Gott ist das Beste, was es für uns geben kann. Eben darum sollen wir es nicht zulassen, dass Stolz, Misstrauen und Unglauben gegenüber Gott unser Herz bestimmen. Hochmut führt dazu, dass wir ihn, die lebendige Quelle verlassen und uns andere Quellen und brüchige Zisternen suchen, die doch kein Wasser geben. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall und wir sollen uns vor Gott demütigen und uns jeden Tag neu von seiner Gnade abhängig machen.
Der Teufel versucht uns einzureden – ebenso wie er es bei Eva und Adam tat – dass wir unabhängig von Gott erfolgreicher sein werden, er will uns in seine Rebellion und seine Eitelkeit gegenüber Gott einbinden. Wir sollen uns dadurch schützen, indem wir uns Gott unterwerfen, uns vor ihm beugen und nicht im Geringsten zulassen, dass Stolz oder Bitterkeit gegenüber Gott unser Herz erfüllen. Wir sollen dem Teufel, seinen Versuchungen, dem Stolz und dem Unglauben mit aller Kraft widerstehen und uns vor Gott nieder werfen, dann wird er vor uns fliehen! Es ist so wichtig, dass wir beachten, dass der Teufel immer an das anknüpft, was bereits in unserem Herzen verankert ist. Er macht uns nicht durch irgendeinen Zauber von außen stolz, sondern er appelliert an unseren Stolz, er weiß, was in unserem Herzen ist und versucht gerade dort anzuknüpfen.
Gerade weil es so ist, sollen wir vor Gott unsere verborgenen Dynamiken des Stolzes, des Hochmutes und des Unglaubens bekennen und uns Gott unterwerfen, bevor der Teufel dort bei uns einen Anknüpfungspunkt findet. Eine bewusste und konsequente Haltung der Demut vor Gott hilft uns, unseren tief verborgenen Hochmut zu überwinden. Der Geist Gottes steht uns dabei zur Seite, um das Wesen der Welt in uns und außerhalb von uns zu überwinden. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Demut, Eitelkeit, Gnade, Heiliger Geist, Hochmut, Kind Gottes, Quelle, Rebellion, Stolz, Tempel
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