»Erinnere sie, staatlichen Gewalten und Mächten untertan zu sein, Gehorsam zu leisten, zu jedem guten Werk bereit zu sein…« (Titus 3,1)
Paulus weist Titus an, die Christen auf Kreta an ihre staatsbürgerlichen Pflichten zu erinnern. Dabei muss ich daran denken, dass Jesus seinen Nachfolgern zusprach, dass sie zwar in der Welt, jedoch nicht von der Welt sind. Als Töchter und Söhne Gottes gehören wir dem Reich Gottes an und wir sind Bürger des Himmels, dennoch sind wir auch Staatsbürger mit gesellschaftlichen Rechten und Pflichten, wie jeder andere Bürger auch. Dennoch kommt uns Christen in Bezug zu unseren staatsbürgerlichen Pflichten besondere Verantwortung zu. Wir sind berufen, nicht allein unsere Rechte in Anspruch zu nehmen und unseren Pflichten nach zu gehen, sondern wir sind berufen, Licht in der Finsternis, ein Segen und Salz im Teig zu sein.
Was bedeutet dies genau? Dies bedeutet, dass wir das Beste für unser Land wollen, für die gesellschaftlichen Institutionen und die Verantwortlichen darin. Dies bedeutet, dass wir Veränderungen in den Bereichen unseres Landes sehen wollen, in denen Mangel, Zerrüttung und Not herrschen. Es bedeutet, dass wir nicht nur unsere Pflicht tun, sondern aus gesellschaftlicher Sicht, darüber hinaus gehen. Schon im Propheten Jeremia spricht Gott sein Volk an und fordert es auf, für die jeweilige Stadt zu beten und das Beste für das Land zu suchen. Wir sollen den staatlichen Mächten untertan sein, d. h. den Gesetzen und Richtlinien folgen, solange sie uns nicht zu etwas Bösem verführen. Als Christen erkennen wir Jesus als Herrn an, sind aber auch verpflichtet, den staatlichen Oberhäuptern zu gehorchen.
De facto hat uns Christus berufen, die uns umgebende Gesellschaft zu transformieren, d. h. eine verändernde und kreative Lebensweise zu führen. Wir sind berufen, der Kopf zu sein und nicht der Schwanz, wir sollen uns nicht von den gesellschaftlichen Strömen und Zeitgeistern bestimmen lassen, sondern vielmehr selbst eine gesellschaftliche Strömung sein, die zum Strom des Lebens wird und in alle gesellschaftlichen Bereiche durchdringt. Es ist wichtig zu verstehen, dass Jesus ein sehr starkes Empfinden für Städte und Regionen hatte und sein Ziel mit uns und in uns ist, unser Land zu segnen und zu verändern. Die Kirche ist somit nicht ein Geheimbund oder ein Rückzugsort, sondern vielmehr eine strategische Außeneinheit des Königreiches Gottes auf Erden, berufen, unmittelbaren Einfluss auf die Geschicke der Welt und der Gesellschaften zu haben.
Wir sind als Christen zu einer besonderen Verantwortung für unsere Gesellschaft berufen und wir dürfen durch den Geist Werke hervorbringen, die gut für unser Land sind und durch die die Ehre des Vaters in unserem Land gemehrt wird. Wir sollen das Zepter des Gebets über unser Land ausstrecken, die Mächte der Finsternis binden und den Armen die frohe Botschaft des Evangeliums verkünden. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Gehorsam, Gesellschaft, Region, Staatsbürgerschaft, Stadt, Transformation, Verantwortung
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