Vergebung in Beziehungen


»Seid aber zueinander gütig, mitleidig, und vergebt einander, so wie auch Gott in Christus euch vergeben hat!« (Epheser 4,32)

Durch Christus sind wir versöhnt worden mit Gott, d. h. Christus hat den Graben überwunden, der uns vom Vater getrennt hat und hat uns den freien Zugang in die Gegenwart Gottes eröffnet. Durch die Sünde waren wir Feinde Gottes und hatten die Herrlichkeit verloren, die uns als Gottes Geschöpfe eigentlich zustand. Wir haben die Anbetung Gottes mit der Anbetung der Schöpfung, der Anbetung des Selbst getauscht und uns selbst als Geschöpf an die Stelle des Schöpfers gestellt. Der Mensch wurde nicht nur Feind Gottes, sondern auch Feind des Menschen, durch die Macht der Sünde wurde der Mensch zu einem Wesen, das anderen Menschen grausamere Dinge zufügt, als es im Tierreich auch nur vorstellbar wäre.

Selbst alle Intelligenz des Menschen, alle Wissenschaft, Philosophie und technischen Entwicklungen haben es nicht verhindern können, gerade das Zeitalter der Moderne oder Postmoderne zu dem Zeitalter der Kriege, der Kindersoldaten, der Vernichtung, der Sklaverei, der  Hungersnöte, des Frauenhandels, der Verschleppung und der Flucht, der Unterdrückung und der Verfolgung von Minderheiten zu machen. Wo bleibt die Selbstherrlichkeit des Menschen, wenn man betrachtet, wozu der Mensch in dieser Welt in der Lage ist und was er scheinbar nicht an sich verändern kann oder will (oder beides), allen kognitiven und technischen Entwicklungen zum Trotz?

Fakt ist, dass nichts in der Welt, keine Macht, keine Ideologie, keine Religion, keine Wissenschaft, gar keine Errungenschaft des Menschen in der Lage ist, den Menschen von der Macht der Sünde zu befreien und sein Herz zu verändern außer Jesus! Nichts und niemand ist in der Lage die zerstörerischen Kräfte im Menschen aufzuhalten, die die Sünde hervorbringt. Seit Kain und Abel schmeckt der Mensch die Früchte der Sünde und unzweifelhaft bringt die Sünde den Tod hervor. Die Menschen sind geschaffen worden, um mit Gott und miteinander in einer liebevollen Beziehung zu leben und der Satan sucht diese Beziehungen zu zerstören. Die Sünde ist dabei sein Werkzeug.

Jesus jedoch hat den Satan besiegt und hat die Macht der Sünde gebrochen. In Christus ist uns die Liebe, die Gnade, die Güte, das Mitleid und die Vergebung begegnet. Er hat den Graben, die Kluft der Sünde überwunden und uns zu Kindern Gottes gemacht. Als solche tragen wir den Geist Gottes in uns, der eine Beziehung zu Gott und zwischen Menschen wieder möglich macht. Durch den Geist Gottes wurde die Liebe des Vaters in unser Herz ausgegossen, wodurch wir in der Lage sind, Gott und den Nächsten zu lieben. Wir sollen und können(!) durch Jesus und durch den Heiligen Geist in uns einander in Liebe, Güte, Mitleid und Vergebungsbereitschaft begegnen.

Es ist gerade das Prinzip der Vergebung, welches die zerstörerische Kraft und die Konsequenzen der Sünde überwindet. Uns werden die Sünden vergeben und deshalb können nun auch wir einander vergeben, wirkliche Versöhnung und Erneuerung von Beziehungen ist nun möglich. Bei allem Anspruch der christlichen Lehre und Praxis ist das Prinzip der Vergebung das A und O. Auch hier lässt sich das Bild der Atmung verwenden. So wie die Luft zum Atmen, brauchen wir die Vergebung der Sünden zum geistlichen Überleben. Die Annahme der Vergebung ist das Einatmen und das Aussprechen von Vergebung gegenüber anderen ist das Ausatmen.

Ohne Vergebung gibt es keine Versöhnung und keine gelingende Beziehung. Wir danken Gott, dass er uns vergeben und zu liebevollen Beziehungen befähigt hat. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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