Vom geistlichem Schauen/Glauben


»Hört, meine geliebten Brüder: Hat nicht Gott die vor der Welt Armen auserwählt, reich im Glauben und Erben des Reiches zu sein, das er denen verheißen hat, die ihn lieben?« (Jakobus 2,5)

In diesen Versen des Jakobusbriefes geht es nur vordergründig um Armut oder Reichtum. Im Kern behandeln diese Verse den Schlüssel zu einem siegreichen und erfolgreichen Leben: den Glauben. Es geht darum, wie wir uns selbst und den Nächsten sehen: durch die Brille der Lügen des Satans oder durch die Brille des Glaubens, im Fleisch oder im Geist. Wir können unsere wahre Identität nur durch den Glauben ergründen und nur durch den Glauben erfahren! Dabei werden im heutigen Andachtstext folgende Wahrheiten hervorgehoben:

  • Die Identität des Menschen, sein Wert, wird nicht nach weltlichen Maßstäben bemessen (so z. B., ob der Mensch arm oder reich ist).
  • Gott hat die vor der Welt Armen erwählt, damit
  • sie Erben des Reiches und dessen sind, was er denen verheißen hat, die ihn lieben.

Unsere Identität ist in der Auserwählung Gottes gegründet und darin, dass wir tatsächlich Erben des Reiches und Erben aller Verheißungen Gottes sind. Wenn wir dazu auserwählt worden sind, Erben des Reiches und der Verheißungen Gottes zu sein, sollten wir das Reich Gottes kennen und immer mehr verstehen und wir sollten die Verheißungen Gottes kennen, die in seinem Wort offenbart werden. Ein Erbe wird in einem Testament veröffentlicht und unser Erbe ist im Neuen Testament veröffentlicht, das jedoch auch die Verheißungen des Altes Bund mit einschließt.

Nicht selten ist uns gar nicht all jenes bewusst, was uns das Neue Testament als Erbe zuspricht und welche Verheißungen Gott für uns hat. Wir geben uns mit unserem Leben und den Lügen zufrieden, die uns über das Ausmaß unseres Segens, unserer Vollmacht und unseres Reichtums in Christus im Unklaren lassen wollen. Stattdessen führt uns der Feind beständig unsere Unzulänglichkeiten, unsere Schwachheiten und Fehler, unsere Mängel und unsere Nöte vor Augen, damit wir daran verzweifeln, verzagen oder hoffnungslos und mutlos werden. Ich denke dabei an die Jünger im Boot, die – obwohl Jesus bei ihnen war – aufgrund des Sturmes verzweifelten und Angst um ihr Leben bekamen.

Jesus schalt sie wegen ihres Unglaubens und genau dies ist der Punkt: wir sollen uns nicht von den äußeren Erscheinungen leiten lassen, denn sie können trotz allem, was uns unsere Sinne suggerieren, niemals reeller sein als die Wahrheit Gottes. Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben, d. h. wir sollen das glauben, was für uns aus menschlicher Sicht noch nicht erkennbar ist und sollen dem nicht glauben, was uns die äußeren Merkmale vor Augen führen. Diese Art von geistlichem Schauen oder Glauben muss geübt werden und wir müssen darin wachsen. Dieser Glaube macht uns wahrhaft zu Überwindern und bewahrt uns davor, falsche Gedanken und Beurteilungen (und daraus resultierend auch Worte und Handlungen) uns selbst und dem Nächsten gegenüber zu hegen.

Wahrer Reichtum ist also zunächst immer der Reichtum im Glauben, durch den alle anderen Verheißungen (so auch der materiellen Versorgung durch Gott) wirksam werden. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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