Von der geistlichen Bedeutung unseres Redens


»Wenn wir aber den Pferden die Zäume in die Mäuler legen, damit sie uns gehorchen, lenken wir auch ihren ganzen Leib. Siehe, auch die Schiffe, die so groß und von heftigen Winden getrieben sind, werden durch ein sehr kleines Steuerruder gelenkt, wohin das Trachten des Steuermanns will.« (Jakobus 3,3-5)

Jakobus verwendet die Zunge als Synonym für unser Reden. Unser Reden oder unsere Zunge besitzt eine in vielfacher Weise große Macht. Unsere Zunge ist ein kleines Glied und doch können wir mit Hilfe unserer Zunge Einzigartiges hervorbringen, was uns von allen anderen Lebewesen dieser Erde so sehr unterscheidet: wir können uns anhand von Sprache miteinander verständigen und sogar mittels der Sprache mit Gott in Kontakt treten. Die Sprache ist eine unmittelbare Gabe von Gott, einhergehend mit unserem Geist von Gott und unserer Ebenbildlichkeit mit Gott. Gott selbst sprach und spricht und sein Reden bringt – wie schon zum Zeitpunkt der Erschaffung der Welt – Leben hervor.

Gott gab uns ebenfalls die Fähigkeit Reden zu können, wohl wissend, dass unser Reden ein Segen oder ein Fluch sein kann, je nachdem ob wir aus dem Geist Gottes oder aus der fleischlichen Natur reden, die durch den Sündenfall von uns Besitz ergriffen hat. Interessanterweise gehen die Verben „segnen“ und „fluchen“ immer mit dem Reden einher, denn Segnen ist nichts anderes als Gutes von Gott zuzusprechen und Fluch, Verderben zu beschwören. Segen und Fluch sind dabei jedoch geistlich wirksame Kräfte, die durch unser Reden freigesetzt werden. Unser Reden hat also unmittelbare Wirkung auf die geistliche Welt, weil wir fleischliche und geistliche Wesen sind.

Jakobus lehrt uns, dass die Zunge – also unser Reden – eine solche Macht über uns hat, wie Zaumzeug über ein Pferd oder wie ein kleines Steuerruder über ein Schiff. Was wir reden, kommt also nicht nur aus unserem Herzen, sondern hat wiederum eine immense Auswirkung auf unsere Herzen! Unser Glaube bestimmt nicht nur, was wir reden, sondern auch was wir reden unseren Glauben! Der Glaube kommt von der Predigt, also wird er initiiert durch das, was andere uns über den Glauben sagen. Der Glaube verbreitet sich somit durch das Reden vom einen zum anderen. Ebenso verbreitet sich auch der Fluch durch das Reden vom einen zum anderen, wenn wir nicht die Wahrheit Christi, sondern die Lüge verbreiten.

Aber auch für unseren individuellen Glauben spielt unser Reden eine entscheidende Rolle. Wenn wir die Lüge aussprechen, hat sie eine noch größere Macht, als wenn wir sie nur denken. Es liegt eine geistliche Macht in unseren Worten und wenn wir der Lüge glauben und diese noch aussprechen, wird die Macht dieser Lüge über uns nur noch größer. Es ist also sehr wichtig, die richtigen Dinge über Gott, über uns selbst und über unsere Situation auszusprechen. Ebenso, wie die Wirksamkeit der Lüge und des Fluchs stärker werden, wenn wir sie aussprechen, wird die Wirkung der Wahrheit und des Segens auch größer. Manchen fällt es schwer, dies nachzuvollziehen, aber wir müssen den Glauben aussprechen, wenn wir seine Kraft noch mehr entfalten wollen. Unser Reden hat schöpferische Kraft, so wie Gottes Reden schöpferische Kraft hat. Wir schaffen das, was wir sprechen.

Damit ist nicht nur das Phänomen der „self-fullfilling-prophecy“ gemeint, also der selbst-erfüllenden Prophetie. Damit ist gemeint, dass wir häufig das erleben, was wir aussprechen, weil wir unsere Konzentration überhaupt dahin lenken. Bereits die psychologische Wirkung unserer Worte ist bekannt, wie viel mehr jedoch die geistliche Wirkung? Wir wollen beginnen, neu und konsequent den Segen und die Wahrheit über uns, unsere Mitmenschen und über unsere Umgebung auszusprechen. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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