Von der wahren Bedeutung des Gottesdienstes


»Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott und dem Vater ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen, sich selbst von der Welt unbefleckt zu erhalten.« (Jakobus 1,27)

Wie wir in den letzten Andachten erörtert haben, will Gott den ganzen Menschen transformieren. Gott verändert unser Denken, unser Fühlen, unser Reden und unser Handeln, wobei aus dem Herzen des Menschen alles entspringt. Wenn unser Herz Gott gehört und er durch seinen Heiligen Geist unser Herz erfüllt, dann wird Gottes Liebe, sein Frieden und seine Freude unser Herz bestimmen, dann wird unser Reden ein Segen sein und dann werden wir vollkommene Werke hervorbringen, die Gott die Ehre geben. Ein solches Handeln ist das, was die Bibel als Gerechtigkeit bezeichnet. Gerechtigkeit könnte umschrieben werden mit: „Richtig mit dem König zu stehen.“ Nicht umsonst beschreibt die Bibel das Königreich Gottes als Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist.

Der Begriff Gottesdienst ist zu einem feststehenden Begriff im religiösen Leben geworden und meint die Versammlung von Christen in der Kirche, hauptsächlich am Sonntag. Das Neue Testament versteht jedoch etwas anderes unter dem Gottesdienst. Gottesdienst in dem Neuen Testament meint,

1. sich Gott ganz und gar hinzugeben: „Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist.“ (Römer 12,1)

2. sich von Gott verändern zu lassen: „Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes …“ (Römer 12,2)

3. Gerechtigkeit zu üben, wie es im heutigen Andachtstext heißt.

Gerechtigkeit zu üben hat dabei einen passiven und einen aktiven Part. Der passive Part besteht darin, sich von der Welt unbefleckt zu halten, d. h. den Versuchungen der Sünde und dem Wesen dieser Welt zu widerstehen und nicht gleichförmig der Welt zu sein, sondern unsere Sinne immer wieder erneuern zu lassen. Der aktive Part, Gerechtigkeit zu üben, besteht darin, den Witwen und Waisen zu helfen, den Armen und Unterdrückten aufzuhelfen, Gefangene zu befreien etc. D. h., Gerechtigkeit Gottes ist immer eine ganz konkrete tätige Nächstenliebe an denen, die schwach sind und die Hilfe nötig haben oder nicht für sich selbst sorgen können. Jakobus geht konkret auf die Witwen und Waisen ein, Menschen, die diejenigen verloren haben, die in besonderer Weise Verantwortung für die Fürsorge und den Schutz trugen, aber auch in besonderer Weise Liebe geübt haben.

Christus will denen in Not ein liebevoller Versorger sein und er will dies durch uns tun. Wenn Christus also durch uns den Armen und Schwachen helfen kann, ist dies ein Gottesdienst, der Gott wohlgefällt. Es ist ein Gottesdienst, der aus der Liebe Gottes in unserem Herzen entspringt und durch unser erneuertes Wesen Christus in unserem Handeln hervorbringt. Wir wollen Gott bitten, uns Möglichkeiten zu schenken, in denen wir die Gelegenheit und Chance haben, solch einen Gott wohlgefälligen Gottesdienst durchzuführen. Die Antwort auf solch eine Bitte wird nicht lange auf sich warten lassen, davon bin ich überzeugt. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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