»… und wachet hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen und auch für mich!, damit mir Rede verliehen werde, wenn ich den Mund öffne, mit Freimütigkeit das Geheimnis des Evangeliums bekannt zu machen – für das ich ein Gesandter in Ketten bin -, damit ich in ihm freimütig rede, wie ich reden soll.« (Epheser 6,18-19)
Paulus unterscheidet in diesen Versen zwischen Beten, Wachen und Flehen. Mir scheint dies sehr wichtig zu sein, denn es verbergen sich etwas unterschiedliche Zielrichtungen dahinter. Während das Gebet allgemein beschreibt, dass wir Gottes Angesicht und seine Gegenwart suchen sollen, bedeutet wachen, in der Gegenwart Gottes ganz besonders für eine Sache ausdauernd, kontinuierlich und hingegeben einzustehen. Für etwas zu wachen bedeutet, eine konkrete Sache im Auge zu behalten, es zu beschützen und für etwas in besonderer Art und Weise vor Gott einzutreten.
Zu wachen steht im Zusammenhang mit „wach sein“, ein Bewusstseinszustand, der die volle Aufmerksamkeit oder auch „Wach“-samkeit auf etwas legt, d. h. die ganze Energie und Hingabe richtet sich immer auf eine Sache. Wachsamkeit erfordert Ausdauer, Konzentration und Entschiedenheit, zu wachen kann man nicht einfach nebenher. Wenn wir über etwas wachen, dann machen wir es zu unserer Priorität, wir gehen nicht leichtfertig damit um, sondern sind – im Gegensatz dazu – sogar sehr genau und unnachgiebig.
Zu Flehen bedeutet für mich eine intensivere und leidenschaftlichere Form des Bittens, das heißt, wir bitten nicht einfach nur, sondern wir ersehnen etwas so stark, dass wir es unbedingt wollen, dass wir es unter allen Umständen erhalten. Zu Flehen ist ein Bitten mit einer starken emotionalen Beteiligung, d. h. wir legen unser ganzes Herz in eine Sache und ruhen solange nicht, bis unser Flehen und Sehnen erfüllt wurde. Zu Wachen und zu Flehen sind somit zwei sehr intensive Formen des Gebets und Paulus fordert beides von uns. Wofür jedoch fordert er es? Für zwei Dinge ganz genau sollen wir wachen und flehen: Für die Heiligen und für die Verkündigung des Evangeliums!
Zwei Anliegen sind so wichtig und haben solch eine Priorität, dass Paulus von uns fordert, nicht nur zu beten, sondern zu wachen und zu flehen. Wir wachen im Gebet für unsere Schwestern und Brüder, denn der Versucher läuft umher wie ein brüllender Löwe. Im Gegensatz zu Kain, sollen wir die Hüter unserer Brüder sein. Paulus ermahnt die Gemeinden immer wieder, für einander zu beten und wir können die Bedeutung dessen für das geistliche Leben gar nicht überschätzen! Wir brauchen es zwingend, dass wir übereinander im Gebet wachen, wir geben einander Deckung vor den Angriffen des Feindes und helfen so einander im Kampf zu bestehen.
Die zweite von zwei Prioritäten ist das Flehen für die Ausbreitung des Evangeliums! Schon Jesus ermahnt uns, für Arbeiter in der Ernte zu beten und wir sollten nicht vergessen, dass wir nach unserer Wiedergeburt hier auf Erden verblieben sind, weil wir einen Auftrag haben: das Evangelium zu verkünden. Die Verkündigung des Evangeliums jedoch steht und fällt mit unserem Flehen, denn wir brauchen das Wirken und die Gegenwart Gottes, ohne die das Evangelium nicht wirksam verkündet werden kann! Es soll unsere „Top-Priorität“ sein, für die Verkündigung zu beten, für die verlorenen Seelen, die Christus noch nicht kennen. Spiegelt unser Gebetsleben diese Prioritätssetzung wieder? Wachen wir für die Heiligen und Flehen wir für die Verkündigung? Jetzt sind die Zeit und die Chance gegeben, unsere Prioritäten neu zu überdenken. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Beten, Evangelium, Flehen, Gebet, Wachen
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