»Diese sind es, die Trennungen verursachen, irdisch gesinnte Menschen, die den Geist nicht haben. Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf eurem heiligsten Glauben, betet im Heiligen Geist, erhaltet euch in der Liebe Gottes, indem ihr die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus erwartet zum ewigen Leben.« (Judas 1,19-21)
Das gesamte Zeugnis des Neuen Testaments macht unmissverständlich deutlich, dass es zwei Ebenen gibt, in denen wir wandeln können: entweder wandeln wir im Fleisch oder wir wandeln im Geist. Damit sind jedoch nicht nur die Unterschiede zwischen gläubigen und ungläubigen Menschen gemeint, sondern auch ein wiedergeborener Christ kann entweder im Fleisch wandeln oder im Geist. Eines der wichtigsten Bibelstellen zu diesem Thema ist Galater 5 und ich empfehle, dieses Kapitel immer wieder zu lesen und es als Hilfsmittel für eine angeleitete und kritische Selbstreflexion zu verstehen. Insgesamt gibt es meines Erachtens im Leib Christi viel zu wenig Lehre darüber, was es bedeutet, im Geist zu wandeln und die Werke des Fleisches nicht zu vollbringen.
Ein großer und bemerkenswerter Lehrer war Oswald Chambers, in dessen Andachtsbuch „Mein Äußerstes für sein Höchstes“ ist eine Andacht zum Thema „Fortgesetze Umkehr“ zu finden. Dort schreibt Oswald Chambers, dass viele Christen nicht verstehen, dass trotz ihrer grundsätzlichen Bekehrung noch viele Bereiche ihres Herzens Gott noch nicht untergeordnet sind und dass es der fortgesetzten, täglichen Umkehr bedarf und des aktiven „Anziehens Christi“, um die Erneuerung wirklich zu beanspruchen und real werden zu lassen, die uns zuteil geworden ist. Er ermahnt uns, wirklich im Geist zu wandeln, welches bedeutet, immer wieder die Sünden zu bekennen, mit ihnen zu brechen und sich tagtäglich vom Geist Gottes erneuern zu lassen.
Die gottlosen Menschen haben den Geist nicht, wir haben ihn, aber trotzdem besteht die Möglichkeit, dass wir nicht auf ihn hören, ihn dämpfen oder betrüben. Wir können in Sünde, Unglauben und Ungehorsam verharren und der transformierenden Kraft des Heiligen Geistes ausweichen. Wir sollen uns auf dem heiligsten Glauben erbauen, Glaube bedeutet jedoch nicht allein das Für-wahr-Halten, sondern Glauben heißt, sich dem Handeln des Geistes Gottes in unserem Herzen zu öffnen und die Dynamis, die lebens- spendende Kraft des Geistes, in Anspruch zu nehmen. Wir sollen im Geist beten, wobei jedoch viele Christen nicht verstehen, was dies meint.
Als Christen können wir im Fleisch beten, das heißt, wir beten aus eigener Kraft, unsere eigenen Worte und lassen uns dabei nicht vom Geist Gottes leiten. Wir parlieren unsere Phrasen, unsere auswendig gelernten Gebete oder unsere eigensüchtigen Wünsche herunter. Paulus lehrt uns, dass ein geisterfüllter Mensch das betet, was der Geist ihm eingibt zu beten, dass der Geist Gottes das Gebet eines Menschen führt. Eine geisterfüllte Gebetszeit ist eine Zeit in der Gegenwart und Wirksamkeit Gottes, in der sehr schnell eines deutlich wird: hier geht es weniger darum, zu Gott zu sprechen, als in seiner Gegenwart zu weilen und auf ihn zu hören! Beten im Geist ist ein Beten mit dem Geist und durch den Geist oder besser gesagt ein Beten des Geistes durch uns.
Der Geist Gottes gießt die Liebe des Vaters in unsere Herzen aus. Wie können wir uns also in der Liebe Gottes und in der Liebe füreinander erhalten? Indem wir im Geist wandeln. Das Fleisch bringt Misstrauen, Hader, Eifersucht, Zank und Zorn hervor, der Geist Gottes jedoch Einheit und Liebe von Gott! Es ist eine Einheit, die nicht der Mensch oder sein Fleisch erzeugt, sondern eine übernatürliche Einheit der Hingabe und Liebe.
Letztlich ist ein geisterfüllter Mensch ein Mensch, der nicht im Schauen, sondern im Glauben wandelt und in der Hoffnung der Wiederkunft Christi. Ein geisterfüllter Mensch lässt sich nicht in die Geschäfte des Alltages verwickeln, was nicht bedeutet, dass er diese Geschäfte nicht meisterlich bewältigt. Nein, vielmehr fokussiert dieser Mensch sich auf Christus und weiß alles in das Große und Ganze einzuordnen. Er weiß, wofür und wohingehend er arbeitet und lebt. Daher ist sein Herz nicht von Furcht oder Sorge bestimmt, sondern von Freude und Mut. Mut, an sich selbst und dieser Welt zu arbeiten, bis der Herr wiederkommt! Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Beten, Fleisch, Geist, geisterfüllt, Heiliger Geist, Umkehr
© Bibelstellen: Revidierte Elberfelder Bibel © 1985/1991/2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten
© Andachten: Living Church, Paderborn.











