»Der niedrige Bruder aber rühme sich seiner Hoheit, der reiche aber seiner Niedrigkeit; denn wie des Grases Blume wird er vergehen. Denn die Sonne ist aufgegangen mit ihrer Glut und hat das Gras verdorren lassen, und seine Blume ist abgefallen, und die Zierde seines Ansehens ist verdorben; so wird auch der Reiche in seinen Wegen dahinschwinden.« (Jakobus 1,9-11)
Wir wollen an dieser Stelle noch einmal die wichtigen Inhalte der vorangegangenen Verse vor Augen führen. Wir sind berufen, uns besonders in Zeiten der Anfechtung und der Versuchungen im Glauben zu bewähren. Diese Bewährung im Glauben geht einher mit Ausharren oder – wie es die Lutherübersetzung bezeichnet – Geduld. Das ist der Glaube und die Geduld der Heiligen, heißt es an anderer Stelle. Wir sind dazu bestimmt, keinen Mangel zu haben und dies wird dort Realität, wo wir durch den Glauben – nicht zweifelnd – Gottes Weisheit in Anspruch nehmen, die durch den Geist in uns wirksam wird.
Gottes Weisheit will in allen Bereichen unseres Lebens wirksam werden, so z. B. in unseren Beziehungen, an unserem Arbeitsplatz, im Umgang mit unserer Zeit aber auch im Umgang mit unseren Eigentümern und unseren Finanzen. Gott möchte uns die Weisheit geben, nach seinem Willen verantwortlich vor Gott und der Gesellschaft mit allen Ressourcen umzugehen, die er uns zur Verfügung gestellt hat. Weisheit geht dabei einher mit Demut, d. h. einer Herzenseinstellung der Hingabe und Dankbarkeit gegenüber Gott, dem Geber aller Gaben.
Jakobus erweist sich in seinem Brief als jemand, der die Gerechtigkeit im jüdischen Sinne versteht, d. h. als praktisches Handeln in allen gesellschaftlichen Feldern, so z. B. auch im Unterschied zwischen Arm und Reich, welche beide in der jungen Gemeinde Christi vertreten waren. Jakobus rät den Reichen, die Worte Jesu zu bewahren, indem er davor warnt, sein Herz an die Güter dieser Welt zu hängen, gemäß dem reichen Kornbauern, der zwar Reichtümer gehortet hat, aber dessen Seele noch in der Nacht genommen wurde, ohne auch nur einen Teil seiner Reichtümer mitnehmen zu können.
Jakobus erinnert an die Vergänglichkeit der irdischen Güter und seine Worte erinnern an das Buch Prediger, in dem das Streben nach irdischen Gütern als Haschen nach Wind bezeichnet wird. Wir brauchen Gottes Weisheit und Demut, wenn wir verantwortungsvoll mit unseren Gütern und Finanzen umgehen wollen und dabei nicht in Versuchung geführt werden sollen, unser Herz an all diese Dinge zu hängen. Besonders der irdische Reichtum kann dazu verführen, gierig, habsüchtig oder geizig zu werden. Das Geld ist eine Gabe von Gott, die wir dazu einsetzen können, gute Werke für das Königreich hervorzubringen!
Wir beugen uns mit allem unter die mächtige Hand Gottes und bitten ihn in allen Dingen, unser Herz davor zu bewahren, sich selbst zu erhöhen und den Armen zu missachten sowie immer mit Weisheit zu handeln. Ebenso gilt für den Armen, sich nicht von seinen Umständen bestimmen zu lassen, sondern im Glauben die Fürsorge und Fülle Gottes in Anspruch zu nehmen und sich durch den Glauben als das zu sehen, was er ist: Königskind, gekleidet in der Hoheit Christi! Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Finanzen, Geld, Reichtum, Weisheit
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