Wir rühmen uns allein der Gnade Gottes…


»Nun aber rühmt ihr euch in euren Großtuereien. Alles solches Rühmen ist böse. Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde.« (Jakobus 4,16-17)

Die alten Puritaner beschrieben Stolz und Unglauben als die beiden Ur- oder Wurzelsünden. Der Satan war erfüllt von Stolz und Eitelkeit als er und seine Schergen sich gegen Gott auflehnten. Stolz führt zu Eitelkeit und Rebellion, was beides wiederum Götzendienst ist. Der Mensch stellt sich selbst an die Stelle Gottes, er erhebt sich über Gott und betet sich selbst an. Stolz und Eitelkeit finden ihren Ausdruck darin, dass der Mensch sich selbst lobt und dabei den Lügen des Satans glaubt. Ganz speziell geht es um Lügen im Bezug zu unserer ureigensten Identität. Die Lüge des  Satans und die Sünde des Stolzes führen uns vor Augen, dass unsere Identität, also die Frage danach, wer wir eigentlich sind, von folgenden Faktoren abhängig ist:

  1. Wir sind, was wir können,
  2. wir sind, was wir haben und
  3. wir sind, was andere Menschen von uns denken.

Dies alles sind Lügen, denn als Kinder Gottes sind wir immer das, was die Gnade Gottes aus uns macht. Wir müssen uns selbst und unseren Wert nicht darüber identifizieren, was wir leisten, was wir besitzen oder was andere Menschen über uns denken. Das Wesen der Welt jedoch suggeriert den Menschen diese Lügen, was wiederum dazu führt, dass ihre innere Zufriedenheit von solch zweifelhaften Faktoren abhängig ist, wie oben genannt. Dies führt zu Krankheiten wie Depression, Niedergeschlagenheit, ausgebrannt sein, Scham, Selbstzweifel etc. Letztlich sind die o. g. Lügen also zerstörerisch und sie sind Sünde gegen Gott.

Wenn wir uns selbst rühmen – und auch Paulus warnt uns davor dies zu tun – offenbaren wir, dass wir uns mit den Lügen dieser Welt identifizieren und viel schlimmer noch, wir begehen Götzendienst, weil wir uns selbst anstatt Gott die Ehre geben. Wir sind einzig und allein von Gottes Gnade abhängig – in allen Dingen – und unser Wert wird darin bestimmt, dass Gott uns grenzenlos und bedingungslos liebt. Wir tun keine guten Werke, um dadurch unseren Wert zu steigern, sondern vielmehr, weil wir geliebte und wertvolle Kinder Gottes sind, sind wir nicht müßig und bringen durch die Gnade Gottes gute Werke hervor.

Wir rühmen uns allein der Gnade Gottes in Jesus Christus und dem Wirken des Heiligen Geistes in uns. Wir tun Gutes, weil der Geist diese guten Werke bereits in uns angelegt hat und wenn wir gute Werke vollbracht haben, rühmen wir uns nicht, sondern wir danken Gott im Himmel für sein Wirken an uns und durch uns. Sich selbst nicht zu rühmen bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, müßig zu sein und kein Engagement, keine Motivation und Begeisterung für gute Werke zu zeigen. Wir dürfen ehrgeizig für Gott sein, nicht im Sinne der eigenen Ehre, sondern im Sinne der Ehre Gottes und des Lammes. Wir sind voller Hingabe und Elan für die Sache Gottes und freuen uns darüber, dass großartige Werke in unserem Leben Gestalt annehmen.

Sich nicht zu rühmen hat nichts mit falscher Demut zu tun, sondern ist immer verbunden mit Mut, Entschlossenheit und dem guten Willen, dass Jesus Christus mehr und mehr in uns Gestalt annehmen kann und er durch uns noch größere Werke vollbringt, als er selbst es getan hat, eben weil er uns dies verheißen hat. Wenn dies geschieht, wird Gott der Vater verherrlicht und die Menschen werden Gott loben für die Werke, die er durch uns hervorbringen wird. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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