Worte des Fluches oder des Segens


»So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich großer Dinge. Siehe, welch kleines Feuer, welch einen großen Wald zündet es an! Auch die Zunge ist ein Feuer; als die Welt der Ungerechtigkeit erweist sich die Zunge unter unseren Gliedern, als diejenige, die den ganzen Leib befleckt und den Lauf des Daseins entzündet und von der Hölle entzündet wird. Denn jede Art, sowohl der wilden Tiere als auch der Vögel, sowohl der kriechenden als auch der Seetiere, wird gebändigt und ist gebändigt worden durch die menschliche Art; die Zunge aber kann keiner der Menschen bändigen; sie ist ein unstetes Übel, voll tödlichen Giftes.« (Jakobus 3,5-8)

Wenn wir uns von der Macht und der Bedeutung der Sprache und des Redens überzeugen wollen, müssen wir nur beobachten, wie sich das Böse der Rede in der Vergangenheit bemächtigt hat und in der Gegenwart bemächtigt. Ein klassisches Beispiel für die verführerische Macht der Rede ist die nationalsozialistische Herrschaft und Propaganda. Adolf Hitler und seine Schergen nutzten gezielt die Macht des Wortes und der Rede, um ein ganzes Volk damit in die Irre zu führen und sie taten dies sehr erfolgreich. Nachweislich gehörte und gehört die Propaganda und die gezielte und manipulative Nutzung der Rede zu den wirksamsten Mitteln, die Menschen zu verführen.

Sehr besorgniserregende Beispiele für die Macht der Rede finden wir bei heutigen islamistischen Hasspredigern vor, die durch ihre Worte ganze Volksgruppen dazu verführen, sich selbst als Selbstmordattentäter in vernichtender Weise hinzugeben. Die Macht der Rede ist ungebrochen und in der ganzen Welt finden wir scheinbar keine mächtigere Waffe des Bösen und kaum etwas Vernichtenderes als gezielt für das Böse eingesetzte Rede des Menschen. Die Worte des Jakobus erhalten vor dem Hintergrund der weltweiten terroristischen Anschläge eine neue Bedeutung: „… die Zunge ist ein Feuer …, die den Lauf des Daseins entzündet und von der Hölle entzündet wird.“ Die Zunge hat die Macht, die Hölle auf der Erde zu entfachen!

Gleich, um welche Ideologie es sich handelt, seit dem Sündenfall bemächtigten sich viele Demagogen des Wortes, um damit verheerende Schäden anzurichten. Die Lüge und die Rede von Menschen sind wie Gift, das die Gedanken, Herzen und den Willen von Menschen zersetzt und sie zu Sklaven der Finsternis macht. Dieses Gift ist ein tödliches, ein todbringendes Gift des Feindes, es ist der Fluch der Sünde und des Todes. Dieses Gift wirkt im Großen wie im Kleinen. Auch die täglichen kleinen Dosen des Gifts der Lüge, die wir aussprechen, hat vernichtende Wirkung, weshalb es von besonderer Bedeutung ist, achtsam auf unser Reden zu sein. Wir wollen unsere Zunge nicht länger zum Fluchen, sondern zum Segen verwenden. Wir wollen mit unseren Worten Leben und nicht den Tod hervorbringen.

Unser Reden kann für uns und für andere krank machend oder heilsam sein. Wir wollen uns selbst und dem Nächsten gegenüber Worte des Heils, heilsame Worte, sprechen. Unsere Worte bringen unseren Glauben zur Wirkung. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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