Wurzeln der Sünde


»Danach, wenn die Begierde empfangen hat, bringt sie Sünde hervor; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.« (Jakobus 1,15)

Das eigentliche Problem mit der Sünde liegt nicht in den äußeren Umständen begründet, sondern in dem menschlichen Herzen. Denn nicht äußere Einflüsse verunreinigen uns, sondern die Unreinheit, die aus unserem Herzen kommt. Deshalb kann ein Mensch nur durch die Transformation des Herzens wirklich nachhaltige Veränderung in seinem Wesen und Leben erfahren. Wirkliche Buße bedeutet, von Gott in einen Prozess geführt zu werden, in dem das Innere unseres Herzens offenbar wird und er die Wurzeln(!) der Sünde in unserem Herzen entfernt. Solch ein Prozess ist nicht angenehm und kann auch Schmerzen bereiten, aber er ist heilsam für unsere Seele und bewahrt uns vor dem Verderben durch die Sünde.

Wenn wir nicht in einem beständigen Reflexionsprozess bleiben und den Geist Gottes tagtäglich bitten, uns zu reinigen und zu erneuern, kann es passieren, dass diese Wurzeln der Sünde sich in unserem ganzen Menschen ausbreiten und sich durch die Ausprägung von Gedankengebäuden, Gefühlen und Handlungsgewohnheiten immer fester in unserer Persönlichkeit verankern. Jakobus verwendet hierbei das Bild einer Schwangerschaft. Wenn die Begierde sich auf die äußere Versuchung einlässt und „empfangen hat“, dann bringt diese Begierde die Sünde hervor und die Sünde letztlich das Verderben und den Tod. Mit der Macht der Sünde ist nicht zu spaßen und eine der Taktiken des Feindes ist es, uns über die Auswirkungen und Konsequenzen der Sünde zu täuschen und in die Irre zu führen.

Wir tendieren dazu, die Sünde zu verharmlosen und vergessen dabei, dass die Sünde solch fatale Auswirkungen hat – für die Zeit und die Ewigkeit -,  dass Jesus am Kreuz von Golgatha leiden und sterben musste, um die Macht der Sünde zu brechen. Die Sünde hat zerstörerische Kraft für den Geist, die Seele und den Körper des Menschen sowie seine Beziehungen, natürlich auch insbesondere in seiner Beziehung zu Gott. Dies gilt genauso für Christen wie für Nichtchristen, denn wir können damit rechnen, dass eine ebenso hohe Prozentzahl von Christen in Süchten und Bindungen gefangen sind (so z. B. Pornographie) wie Nichtchristen auch. Sie bleiben es auch, wenn sie sich nicht der befreienden Macht des Blutes Jesu und dem Wirken des Heiligen Geistes öffnen, nicht als Dogma, sondern als wirksame Kraft des Evangeliums hier und heute!

Paulus, Jakobus und Jesus mahnen uns immer wieder, im Licht zu leben, unsere Sünden vor Gott und den Menschen zu bekennen und einander in der Vollmacht des Heiligen Geistes zu dienen, so dass wirklich Befreiung eintritt. Wir sollen voreinander Buße tun, uns einander die Hände auflegen und füreinander wachen, dass der Löwe, der umher schleicht, uns nicht verschlinge. Wir müssen die tief verwurzelten Systeme der Sünde in unserem Herzen aufdecken und Gottes heilende Liebe an alle Orte unseres Herzens lassen. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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