Zweifel als Gift gegen geistliche Reife


»Und der einen, die zweifeln, erbarmt euch, rettet sie, indem ihr sie aus dem Feuer reißt; der anderen aber erbarmt euch mit Furcht, indem ihr sogar das vom Fleisch befleckte Gewand hasst!« (Judas 1,22-23)

Im Geist zu wandeln ist ein Wachstums- und Reifungsprozess. Der innere – geistliche – Mensch in uns wird bei der Wiedergeburt geboren und beginnt von da an zu reifen und stark zu werden. Dies ist zumindest dann der Fall, wenn wir den geistlichen Menschen pflegen und nähren. Zunächst einmal mit geistlicher Milch und dann zunehmend mit fester Kost aus dem Wort Gottes. Der geistliche Mensch reift dabei wie der natürliche Mensch kognitiv, emotional und körperlich:

  • kognitiv, indem er immer mehr Erkenntnisse über Gott, sich selbst und die Welt gewinnt,
  • emotional, indem er immer sensibler für das Wirken des Heiligen Geistes wird und seine Gefühle von dem Frieden, der Freude und der Liebe Gottes bestimmt werden und
  • körperlich, indem der Geist die körperlichen und gesundheitlichen Prozesse beeinflusst und wir nicht mehr von unseren Trieben, sondern vom Geist bestimmt werden.

Ein wichtiger Aspekt der geistlichen Reife ist die geistliche Gemeinschaft und die geistliche Leiterschaft. So wie es natürliche Eltern gibt, gibt es auch geistliche Eltern, die für das Wohl der Kinder zuständig sind und für eine gesunde und ausgewogene geistliche Nahrung sorgen. Geistliche Eltern und Leiter sind da, um den Wachstums- und Reifungsprozess des geistlichen Menschen zu begleiten und zu fördern und ggf. auf Fehlentwicklungen hinzuweisen. Die geistliche Gemeinschaft ist der Raum, in dem ein geistliches Wachstum stattfinden kann, das heißt, geistliche Gemeinschaft und geistliche Leiterschaft sind für das geistliche Wachstum und die geistliche Reife zwingend notwendig.

Zweifel, ein Gift für die geistliche Reife, kann unseren inneren Menschen schwächen und kraftlos machen. Wir sollen uns ja auf dem heiligen Glauben aufbauen und Zweifel ist das Gegenteil dieses Glaubens. Der Glaube kommt bekanntlich durch die Predigt und deshalb sollen wir einander ermutigen und ermahnen und uns  – falls Zweifel vorhanden sind – gegenseitig durch das Wort Gottes bestärken. Der Zweifel ist eine vernichtende Kraft, allzumal, da es unmöglich ist, Gott ohne Glauben zu gefallen. Wenn wir uns deshalb des Zweiflers erbarmen, ist es so, als wenn wir ihn aus dem Feuer reißen. Wichtig ist dabei, dass wir uns bei dem Versuch, jemanden zu retten, nicht selbst die Finger verbrennen. Was heißt das?

Es ist wichtig, dass jeder Einzelne für sich selbst darauf achtet, dass nicht Zweifel und das Fleisch die Oberhand gewinnen und Unreinheit Raum nimmt. Wir sollen in der Furcht des Herrn wandeln und nicht zulassen, dass wir uns von der Sünde bestimmen lassen. Wir sollen lieben, was Gott liebt und hassen, was Gott hasst. Wir sollen das befleckte Gewand hassen und Christus anziehen. Indem wir Gott fürchten und im Geist wandeln, ermöglichen wir es auch den Geschwistern, wieder umzukehren, da wir die Kraft besitzen, im Geist für sie zu beten, sie zu überführen und zu stärken.

Wo stehen wir im Prozess unserer geistlichen Reife, sowohl kognitiv als auch emotional und körperlich? Sind wir Teil einer guten und starken geistlichen Gemeinschaft und wird uns von einer starken geistlichen Leiterschaft gedient? Wachsen oder schrumpfen wir geistlich? Haben wir die Kraft, unsere Geschwister geistlich zu erbauen? Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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